«Turpnä» - Torfabbau in Rothenthurm (1/6)

von Albert Marty-Gisler

Im 13. bis 15. Jahrhundert wurden die Wälder nahezu abgeholzt. Einerseits wurde gerodet für neues Weideland und anderseits brauchte man Bauholz für die Industriebauten. Vermehrt wurde auch Brennholz für die Stahlbauindustrie, für Glashütten und als Heizmaterial gebraucht. Mit Verordnungen der im 16. Jahrhundert und mit dem neuen Forstgesetz von 1876 wurden die Kahlschläge geregelt. Für den Energiebedarf zu decken wurde nach Alternativen gesucht.

Torfabbau in Rothenthurm

 

In Einsiedeln wurde erstmals im Jahre 1748, Torf (Turpä) gestochen. In Rothenthurm dürfte es in etwa in den gleichen Jahren den Anfang genommen haben. In der Dettling-Chronik wird erwähnt:

 

«13.09.1782, dem Josef Föhn in Rothenthurm wird bewilligt, seine gegrabenen Turpen bis auf weitere Disposition und unter Aufsicht der Landesbauherren ausser Landes (Kanton Schwyz) zu verkaufen»

 

«17.05.1783, dem Kapellvogt Anton Schuler in Rothenthurm wird bewilligt, in seinem von den Kirchgenossen daselbst erkauften Anteil Moos, welches sie von der Landsgemeinde als Eigentum erhalten haben, durch zwei Zürcher Turpen stechen zu lassen und solche in das Zürichgebiet zu verkaufen. Diese Bewilligung soll nur für ein Jahr gelten, damit man sehe, ob Beschwerden einfallen oder nicht; es sollen auch die Zürcher nicht mit Weib und Kindern ins Land hinein genommen werden.»

 

Mit dem Torfstechen (Turpnä) wurde der Ersatz für Brennholz einstweilen gefunden. Für die Rothenthurmer Landwirte war die Turpnerei ein nicht wegzudenkender Wirtschaftszweig.